NYKSUND - GESCHICHTE

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     Das Fischerdorf Nyksund war zu Beginn des 20.Jahrhunderts das grösste Fischerdorf in Vesterålen. In den 70er-Jahren zogen die Einwohner nach und nach fort, und man kann das Dorf als Symbol für die Strukturänderungen der nordnorwegischen Fischereiregionen betrachten. Gleichzeitig mit dem Abstieg von Nyksund, blühte der Ort Myre auf, und eine Reihe neuer Betriebe entstanden hier um das bedeutendste Unternehmen des Ortes, A/K Øksnes-Langenes_Fiskeriindustri, das Mitte der 50er-Jahre gegründet wurde. Myre ist heute einer der grössten Fischereihäfen Norwegens.

DIE STADT MIT BLICK ZUM NORDPOLARMEER

Nyksund hat städtischen Charakter und die langen Kaianlagen verstärken diesen Eindruck. Doch die Natur hat hier ausser der Nähe zu den reichen Fischgründen nur wenigen Ressourcen zu bieten. Die Erde ist karg und die Süsswasservorräte dürftig. Auch Heizmaterial - Torf oder Holz - ist kaum aufzutreiben. Trotzdem etablierten sich Bäcker, Schmied, Fischaufkäufer und Handelsleute im Ort. In der Saison kamen Schneider und Schuhmacher, reisende Schauspieler und Laienprediger hierher. Das Fischerdorf war Besitz des Staates, was die Gründung neuer Tätigkeiten erleichterte und die Miete für die Fischerhütten auf geringem Niveau hielt. Die zweistöckigen Kaianlagen, die kurz nach 1900 errichtet wurden, sind sehenswert. Mit den Anlagen sollte der Meeresspiegel bei Flut und Ebbe ausgleichen werden.

In der rauhen Männergesellschaft in der Ruder- und Segelschiff-Ära, gab es oft Streit und Rabbatz. Die Schnapstheke im Dorfladen wurde fleissig besucht - was nur zu oft Handgemenge mit sich brachte. Kein Wunder, dass das Gerücht aufkam, der Teufel selbst würde in Gestalt eines schwarzen Hundes umherstreuen und die Zähne zeigen und zu Streit anfachen.

Es wird auch erzählt, dass in einer Winternacht bei furchtbarem Unwetter die See über den Kai und eine Fischerhütte schlug, und einen Jungen in das aufgewühlte Meer spülte. Der Junge wurde nie gefunden. Doch seit dieser Nacht hört man jedesmal, wenn ein Unwetter aufkommt, ein pfeifendes Winseln in dem alten Fischerdorf, das an den Ruf eines verwundeten Otters erinnert.

Moderne Techniken in der Fischerei und Zuschüsse der öffentlichen Hand für den Umzug führten dazu, dass das Fischerdorf gegen Ende der 60er-Jahre kaum noch Einwohner hatte. Das Schicksal der verlassenen Häuser und Anlagen schien somit besiegelt zu sein. 

Anfang der 80er-Jahre hatte ein deutscher Sozialpädagoge die Idee, Nyksund zum internationalen Treffpunkt für junge Menschen zu entwickeln. Viele Jahre lang war er die treibende Kraft bei der Durchführung des Nyksundprojektes. Hunderte von Jungendlichen kamen aus Berlin und anderen Teilen Europas, um in dem verlassenen Fischerdorf ihre Ferien zu verbringen. Nach zehn Jahren schlief das Projekt ein, und Nyksund wartete auf neue Enthusiasten...

Das Licht, die Natur und die alten, pittoresken Häuser ziehen heute Fotografen und andere Künstler in das Fischerdorf. Mehrere Filme und Videofilme sind hier inzwischen gedreht worden, so zum Beispiel die beiden norwegischen Spielfilme "Etter Rubicon" und "Insomnia". Nicht zuletzt dank dieser Filmeinspielungen wurde die Aufmerksamkeit auf die Bewahrung und die Weiterentwicklung des Ortes gerichtet. Nun bietet der Tourismus neue Perspektiven für den Ort.